Zum Inhalt springen

Berufliche Neuorientierung: die zwei Wege ehrlich betrachtet

Eine berufliche Neuorientierung fängt selten mit einem Plan an, sondern mit einem Gefühl, das man eine Weile ignoriert: Sonntagabend zieht sich der Magen zusammen, Aufgaben, die früher spannend waren, fühlen sich an wie reine Verwaltung und irgendwann steht die Frage im Raum, ob man das noch fünfzehn Jahre so machen will.
Die gute Nachricht: Dieses Gefühl ist keine Krise, sondern eine Information.
Person an einer Weggabelung als Bild für berufliche Neuorientierung

Typische Auslöser

Die Anlässe unterscheiden sich, das Muster dahinter ist erstaunlich ähnlich:
• Ein Bruch von außen. Umstrukturierung, neue Führung, Aufhebungsvertrag. Die Entscheidung wurde für Dich getroffen.
• Schleichende Erosion. Nichts ist falsch, aber auch nichts mehr richtig. Der Job passt, wie ein Anzug passt, den man vor zehn Jahren gekauft hat.
• Ein Wertekonflikt. Du sollst Dinge vertreten, hinter denen Du nicht mehr stehst.
• Gesundheit. Der Körper meldet vor dem Kopf, dass es so nicht weitergeht.
• Ein Blick auf die Uhr. Wenn nicht jetzt, wann dann – ein Gedanke, der ab Mitte vierzig regelmäßig auftaucht.
Was all diese Auslöser gemeinsam haben: Sie sagen Dir, dass sich etwas ändern soll. Sie sagen Dir nicht, was.
Notizbuch mit einer Gegenüberstellung von Job und Selbstständigkeit

Zwei Wege im Vergleich

Keiner diesen beiden Wege ist für jeden der richtige, weil jeder Mensch anders ist, andere Bedürfnisse hat und andere Werte vertritt.

Weg 1: ein neuer Job

Der naheliegende Weg, und für viele der richtige. Ein Wechsel löst mehr, als ihm gemeinhin zugetraut wird, aber nur, wenn das Problem tatsächlich beim Arbeitgeber liegt und nicht bei Dir oder der Tätigkeit selbst.
Der neue Job passt, wenn: Du Deine Arbeit im Kern gern machst und vor allem das Umfeld nicht mehr stimmt. Wenn Du Struktur, Team und ein verlässliches Gehalt brauchst, wenn Deine finanzielle Lage keinen Übergang mit Durststrecke zulässt und wenn der Gedanke an einen Wechsel Erleichterung auslöst.
Der Haken: Wer dieselbe Tätigkeit in einem neuen Unternehmen macht, nimmt das Gefühl oft mit. Nach anderthalb Jahren ist es wieder da, aber dieses mal mit einer Station mehr im Lebenslauf und weniger Kraft.

Weg 2: etwas Eigenes

Der Weg, den ich begleite und deshalb sage ich gleich vorweg: Er ist nicht immer der bessere. Er passt nur für einen Teil der Menschen, die darüber nachdenken.
Selbstständigkeit passt, wenn: Du fachlich etwas kannst, wofür andere zahlen würden, wenn Dich Fremdbestimmung mehr stört als Unsicherheit, wenn Du Verkaufen lernen willst, weil es ohne nicht geht und wenn Du finanziell eine Anlaufphase überbrücken kannst.
Selbstständigkeit passt nicht, wenn: Du vor allem weg willst, weil Flucht wirklich ein miserabler Geschäftsplan ist. Auch ist ein hohes Sicherheitsbedürfnis kein guter Grund, um überhaupt arbeitsfähig zu sein. Sieh das nicht als Schwäche, sondern als eine Information über Dich, die Du ernst nehmen solltest.
Wenn Du wissen willst, wie der zweite Weg praktisch aussieht: wie eine Existenzgründungsberatung abläuft, beschreibe ich auf der Programmseite – von der Positionierung über den Businessplan bis zum Vertrieb.

Warum die Frage so schwer ist

Weil sie nicht nur eine berufliche ist. Wer zwanzig Jahre in einer Rolle war, hat sich über sie definiert – und merkt beim Gedanken an Veränderung, dass mehr ins Rutschen kommt als ein Kalendereintrag. Deshalb bleiben so viele im Kreisen hängen: nicht aus Feigheit, sondern weil die Frage größer ist, als sie klingt.
Nicht, "Was will ich machen?", sondern "Wovon will ich weg und wo will ich hin?"

Die Frage, die weiterhilft

Nicht „Was will ich machen?“ – die Frage lähmt, weil sie eine fertige Antwort verlangt. Sondern: Wovon will ich weg, und wohin will ich hin? Zwei verschiedene Fragen, die die meisten zu einer verrühren. Wer nur weg will, landet bei irgendetwas. Wer weiß, wohin, erkennt die passende Gelegenheit, wenn sie kommt. Und bemerkenswert oft stellt sich heraus: Das, wovon Du weg willst, ist gar nicht die Tätigkeit, sondern der Kontext.

Erste Schritte zur Klärung

• Schreib zwei Wochen lang auf, was Dich Energie kostet und was Dir welche gibt. Es geht um keine Bewertung, sondern rein um Notizen. Das Ergebnis wird Dich überraschen.
• Frag drei Menschen, die Dich beruflich erlebt haben, wofür sie Dich holen würden. Fremdbild schlägt Selbstbild, besonders bei Stärken.
• Rechne, statt zu träumen: Was brauchst Du monatlich netto? Diese Zahl entscheidet mehr über Deine Optionen als jeder Persönlichkeitstest.
• Rede mit jemandem, der beide Wege kennt und nichts davon hat, Dich in eine Richtung zu schieben.
Nachdenkliche Fachkraft am Schreibtisch beim Abwägen der nächsten Schritte

Zwei Lebensphasen, zwei Ausgangslagen

Der Kontext macht einen erheblichen Unterschied.
Mit Anfang vierzig geht es meist um Halbzeit, Familie und Finanzierung – dazu habe ich zur Situation mit Anfang 40 einen eigenen Text geschrieben.
Ab fünfzig verschiebt sich die Frage: Es geht weniger um Aufstieg als um Sinn und die Selbstständigkeit rückt näher, als viele denken. Was sich mit 50+ konkret anders anfühlt, ist der Text, den ich Dir dann empfehle.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine berufliche Neuorientierung?
Brauche ich dafür ein Coaching?
Ist ein Wechsel mit über 50 realistisch?
Was, wenn ich mich falsch entscheide?
Berätst Du auch, wenn ich mich am Ende gegen die Gründung entscheide?

Lass uns sprechen – kostenlos und unverbindlich

Du musst nicht wissen, was Du willst. Es reicht zu wissen, dass etwas nicht mehr passt. Wenn Du magst, sortieren wir gemeinsam, welcher der beiden Wege in Deiner Situation überhaupt zur Debatte steht – ergebnisoffen.
Existenzgründungsberatung für Führungskräfte 50+ online und in Hamburg.
Kontakte
2019 - 2026 Katharina Brökelmann | KB Consulting & Coaching. Alle Rechte vorbehalten