Existenzgründer-Coaching: für wen es sich lohnt
„Existenzgründer“ klingt nach jemandem, der bei null anfängt. Die Menschen, mit denen ich arbeite, fangen aber nicht bei null an, sondern bei fünfundzwanzig Jahren Berufserfahrung.
Ein Existenzgründer-Coaching sieht deshalb je nach Ausgangslage völlig unterschiedlich aus. Ich habe Dir die vier häufigsten zusammengestellt. Vielleicht erkennst Du Dich in einer wieder.
Die Führungskraft nach langer Laufbahn
Die Situation: Du hast Teams geführt, Budgets verantwortet, Krisen moderiert. Fachlich macht Dir niemand etwas vor und trotzdem fühlt sich der Gedanke, für Dich selbst ein Angebot zu formulieren, an wie eine Fremdsprache.
Die typische Frage: „Ich kann so viel – wie soll ich daraus eine Sache machen?“
Was Du brauchst: Fokus. Deine Stärke ist gleichzeitig Dein Problem, weil Du zu vieles gut kannst. Wir schneiden aus Deiner Erfahrung ein Angebot, das jemand in einem Satz versteht und in einem zweiten kauft.
Dazu die Rollenfrage: Du bist nicht mehr die Instanz mit Firmenlogo im Rücken. Erst einmal bist Du niemand und diese Phase muss man aushalten, bis der eigene Name wirkt.
Die Fachkraft mit Spezialwissen
Die Situation: Du kannst etwas, das andere gerne einkaufen würden. Nur hast Du nie gelernt, es zu verkaufen, weil Dich immer jemand dafür bezahlt hat, es einfach zu tun.
Die typische Frage: „Was ist das eigentlich wert?“
Was Du brauchst: Preise und Vertrieb. Fachleute unterschätzen ihren Marktwert fast zuverlässig, weil sie ihre Expertise für selbstverständlich halten, frei nach dem Motto: „Das kann doch jeder“. Kann eben nicht jeder. Wir kalkulieren Deinen kostendeckenden Stundensatz und was Dein Wissen wert ist und trainieren die Gespräche, in denen Du diesen Preis, ohne zu zögern, nennst.
Der Geschäftsführer nach dem Ausstieg
Die Situation: Du warst ganz oben – als Geschäftsführer oder in einer vergleichbaren Position. Jetzt bist Du raus, ob geplant oder nicht und willst Dein Wissen weitergeben, statt es zu archivieren.
Die typische Frage: „Wie baue ich etwas auf, das nicht meine gesamte Zeit frisst?“
Was Du brauchst: ein Geschäftsmodell und keinen Ersatzjob. Die Versuchung ist groß, dieselbe Sechzig‒Stunden‒Woche noch einmal aufzubauen, nur eben ohne Sicherheiten. Wir bauen etwas, das zu Deiner Lebensphase passt: Skalierung dort, wo sie sinnvoll ist, Grenzen dort, wo sie nötig sind und wir klären früh, was passiert, wenn Du Dich nun neu auf dem Markt positionierst.
Die Gründung aus der Arbeitslosigkeit
Die Situation: Der Job ist weg. Vielleicht durch Umstrukturierung, vielleicht durch eine Entscheidung, die nicht Deine war. Jetzt steht die Frage im Raum, ob die nächste Bewerbung wirklich die richtige Antwort ist.
Die typische Frage: „Kann ich mir das überhaupt leisten?“
Was Du brauchst: Zahlen und Zeitplan – in dieser Reihenfolge. Wir klären zuerst, wovon Du in der Anlaufphase lebst, und prüfen, ob eine Förderung über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein infrage kommt; darüber entscheidet die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Wer erst gründet und dann fragt, verschenkt Möglichkeiten, die vorher offengestanden hätten.